Und auch schon wieder weg (03.12.2018)

Der Schnee lag wieder mal nur einen einzigen Tag, dann kam der Schneematsch und danach wieder die braun-schlammige Landschaft zum Vorschein. Das Wetter können wir nicht ändern, also wenden wir uns den wirklich wichtigen Dingen zu:
Moritz feierte seinen ersten Jagderfolg: eine Maus auf dem Waldweg konnte sich nicht schnell genug in ihren Bau retten. Wahrscheinlich war es schlichtweg zu kalt, so dass sie nicht in der Lage war, schneller zu rennen. Moritz freute sich über das ausgiebige Lob und die Belohnungen, die er erhielt. Vielleicht fängt er doch noch die ein oder andere Maus im Haus. Denn Mäuse im Haus sind wirklich nervtötend, auch wenn es sich um Waldmäuse handelt.
Nicht genug, dass es nachts immer mal wieder krabbelt, und durch die Hohlräume in der Decke laut widerhallt. Nein, eine Maus musste es auch in die Küche schaffen, unter der Spüle und in die drei obersten Schubladen. Die ganzen Köttel und flüssigen Hinterlassenschaften zu beseitigen ist schon ekelerregend genug. Das Nagetier begnügte sich aber nicht nur damit, sowohl den Weinausgießer und das Backofen-Thermometer als auch die Kork-Topfuntersetzer nagte es unerbittlich an. Ohne Spülmaschine wäre das zu einer riesigen Spülorgie ausgeartet. Und dann haben wir den Laden von Granngården geräubert und (fast alle) Mausefallen gekauft. Die Haustier-freundlichen, die zwar aus Plastik bestehen, allerdings sehr gut nachfüllbar sind (der Köder riecht nach Erdnussbutter) und auch sehr effektiv funktioniert: die Maus hat die erste Nacht nicht überlebt.
Um das richtig laute Getrappel haben wir uns mit Fallen direkt neben der Dachboden-Luke und einer Falle in einer Deckenöffnung der Küchen-Hotspots gekümmert. Eine Maus hatte sich das Bein in der Falle eingeklemmt und dadurch so heftig randaliert, dass sie Heiko beim Öffnen der Dachboden-Luke entgegen gefallen ist. Er war erschrocken, ließ die Luke fallen und dadurch die Maus von ihrem Schmerz befreit. Ohne Obduktion ist es allerdings schwierig nachzuvollziehen, ob sie durch den Deckel geplättet wurde oder vor Schreck einen Herzinfarkt bekam.
Das Ganze kann tatsächlich noch getoppt werden: Mäuse im Auto! Eine Maus knabberte die Gummibärchen im Handschuhfach an, zwei weitere nutzten die Styropor-Verkleidung im unteren Fach des Kofferraums zum Nestbau. Die Styroporkügelchen wurden kombiniert mit der Schutzdecke für die Rücksitze, die man erst mal für einen Welpen kauft, für die Zeit bis er stubenrein ist und dann im Kofferraum parkt. Aufgefallen sind diese Mäuse vor allem durch das Verteilen des Papiers der Küchenrolle, die wir im Kofferraum geparkt hatten. Das Gute daran: das Auto war seit dem Kauf innen nicht mehr so gründlich gereinigt worden wie jetzt, und das Entrümpeln war auch dringend nötig. Da Heiko jede Herausforderung, die uns im Alltag so über den Weg läuft, in höchst möglicher Gründlichkeit im Internet recherchiert, haben wir auch das Auto erst mal eine Weile auf einem anderen Platz geparkt, um die Spur, die die Waldmäuse zu ihrem neuen Futterplatz hinterlassen, zu zerstreuen. (Für Frankfurter ist das der reinste Hohn - wenn man wirklich mal einen freien Parkplatz finden sollte, was sowieso fast unmöglich ist, dann wird dieser genutzt. Der Luxus, einfach mal an einer anderen Stelle zu parken, ist völlig unbekannt.) Das ist dann auch die Erklärung für das Phänomen, dass die Mausefallen immer an den selben Plätzen funktionieren. Das Dutzend Mäuse, das letztes Jahr im Eimer mit dem Vogelfutter verendet sind und die Mäuse, die dieses Jahr auf der Box, in der das Vogelfutter sicher verstaut ist, in die Falle gehen. Bin schon gespannt, wie die Statistik dieses Jahr ausfallen wird.

Der Winter ist da (28.11.2018)

Jetzt ist es richtig kalt geworden. In den Nächten sinkt das Thermometer auf -14 °C, tagsüber freuen wir uns, wenn es auf - 5 °C ansteigt. Wie immer ist es unglaublich schön, wenn die Sonne vom stahlblauen Himmel strahlt, allerdings ist es dann auch unglaublich kalt. Heute war es den ganzen Tag neblig - und trotzdem unglaublich kalt, mit Höchsttemperaturen von -6 °C. Und wie wir in Frankfurt immer beim Joggen trotz unwirtlichem Wetter geunkt haben: das Joggen ist freiwillig, die Hundebesitzer müssen raus. So langsam gewöhnen wir uns an die tiefen Temperaturen, glücklicherweise ist unser Hund mehr als winterfest, er fühlt sich auch bei -11 °C draußen pudelwohl, springt durch die von Rauhreif weiß überzogene Landschaft und testet das Eis auf dem See und auf den Pfützen. Bei der Kälte nimmt unsere Geduld sehr schnell ab, wenn Moritz an jedem Strohhalm und Busch lange schnuppern möchte, das hat er inzwischen mitgekriegt und folgt etwas einfacher auf unsere Rufe.
Gestern besuchten wir Arvika, der Hafen wurde erneuert, es führt ein wunderschöner Weg zur Kirche auf der Halbinsel und wir konnten einige Hunde treffen. Der erste war eine Mischung mit einem Berner Sennhund, ein großer flauschiger Hund, mehr als doppelt so groß wie Moritz und sehr freundlich zu dem Kleinen. Der holländische Hundebesitzer teilte unsere Erfahrungen mit schwedischen Hundebesitzern, die es überhaupt nicht mögen, wenn unterschiedliche Hunde sich begrüßen. Obwohl Hunde sehr soziale Tiere sind und die Gesellschaft normalerweise sehr genießen, freudig mit dem Schwanz wedelnd auf andere Hunde zugehen. Auf dem Spazierweg trafen wir endlich mal einen schwedischen Hundebesitzer, der seinen Schnauzer Moritz begrüßen ließ. Als Moritz von diesem um den Hundebesitzer herumgejagt wurd - leider hatten wir Moritz wegen der nahen Straße angeleint - und Moritz sich angsterfüllt fast selbst erwürgt hatte, hat das Herrchen dann erzählt, dass der Schnauzer gewalttätig auf Rüden reagiert. Moritz ist zwar noch in der Pubertät und noch kein erwachsener Rüde, sammelte aber erstmals negative Erfahrungen mit einem anderen Hund. Dem nächsten größeren Hund, dem wir begegneten, ist Moritz dann aus dem Weg gegangen und nicht schwanzwedelnd auf ihn zugerannt.

Familienzuwachs (31.07.2018)

Moritz ist angekommen! Ein 9 Wochen alter Border-Terrier, der jüngste und kleinste Welpe aus dem Wurf, aber auch der einzige schwarze. Jetzt kommt Leben in die Bude, natürlich will er permanent bespaßt werden, so lange er nicht schläft. Und wenn er mal schläft ist er so knuddelig anzusehen, dass man ihn einfach nur unaufhörlich streicheln möchte. Die Züchterin hat uns u.a. genaue Instruktionen gegeben, wieviel er zu fressen bekommt und was zu tun ist, wenn er nicht fressen mag. Sie hat ihm am Abholtag noch eine Maccharoni drauf gelegt, weil er das Futter anfänglich verschmäht hat. Diese Anweisungen können wir in keinster Weise nachvollziehen! Inzwischen kennt er nicht nur das Wort ”Futter” - und dessen Bedeutung - sondern flitzt ungebremst Richtung Küche und seinen Eßplatz wenn dieses Wort fällt oder auch nur der Hunger mit ihm durchbrennt. Bisher hat er noch kein einziges Mal auch nur einen Krümel in seinem Napf übrig gelassen. Was er allerdings auch jedesmal bereut, wenn er wieder daran vorbei geht und ihn noch einmal gründlichst ausschleckt.

Seine Angst vor Dunkelheit wird er wohl noch in den Griff bekommen, ansonsten ist er ziemlich häufig todesmutig beim Sprung von der Treppe oder vom Schoß. Zwischendurch wirbelt er in rasendem Tempo durch das Haus, jagt einem Spielzeug hinterher, kläfft es an, wenn es sich weiterbewegt und knabbert selbstverständlich alles an, was er zwischen die Zähne kriegt.

Das schwedische Wetter (17.07.2018)

Es ist nicht zu fassen: der Winter war nicht nur richtig kalt er bescherte uns auch gigantische Schneemassen. Das Schneeschippen war anstrengend und im April hatte ich die Lust daran verloren. Mit dem Anstieg der Temperatur schmolz er dann dahin, der letzte Schneerest rund ums Haus verschwand am 24.4., die letzte Eisplatte auf dem Grässjön am 27.4. Der Mai schenkte uns Sonne und Hitzerekorde - der Sommer übertraf bei weitem den Juli 2017, sowohl mit ausdauerndem Sonnenschein als auch mit Temperaturen über 20 °C am Abend. Die Trockenperiode begann und bis auf kleinere Regenschauer ist es bis heute trocken geblieben. Ein Temperaturrekord jagt den nächsten, nicht nur die Wiese ist inzwischen braunes Stroh, selbst das Unkraut verdorrt auf breiter Ebene. Ich bin heilfroh, dass wir dieses Jahr erst die Vorbereitungen für ein großes Gemüsebeet mit Gewächshaus begonnen haben. Wenn wir die 200 qm bereits bepflanzt hätten und jetzt permanent bewässern müssten würden sich große Panik verbreiten ob das Wasser tatsächlich reicht. Wahrscheinlich würden die Pflänzchen inzwischen ziemlich verkümmert die Köpfe hängen lassen.

Die größte Gefahr besteht aktuell durch die Waldbrände. Die Nachrichten berichten von mehr als 60 Bränden, von der EU wurde Hilfe angefordert, die sechs Hubschrauber aus Norwegen reichen nicht aus, die Feuerwehren sind gnadenlos überfordert und es ist weiterhin kein Regen in Sicht. Ich hätte nie gedacht, dass ich morgens über strahlenden Sonnenschein und Sommerhitze nur noch stöhnen würde!

Sommer - Sonne satt (13.07.2018)

Natürlich ist die Küche längst fertiggestellt. Lieferung am 26.4., erste vorläufige Fertigstellung am 3.5., danach noch Austausch der Türen. Und es gab auch nur wenige Anekdoten, wie z.B. die gelieferten Deckenlampen, die achtlos im Karton mitten im Umbauchaos rumstanden. Der Karton füllte sich deshalb langsam mit Müll, bis ich auf die Lampen aufmerksam gemacht wurde. Und selbstverständlich waren es die falschen  Exemplare oder besser gesagt es wurden andere geliefert als bestellt. Und dann war da noch die Lieferung von Ballingslöf, also der Küchenhersteller, die leider keine Kopplung für die beiden Teile der Arbeitsplatte enthielt. Für solche 5 € Teile fährt man gerne mal 200 km, damit die Arbeit weiter gehen kann. Die fehlende Unterschranklampe kam dann auch per Express - zusammen mit einer weiteren unvollständigen Lieferung aller Teile, die wir schon hatten und wieder ohne die Kopplung. Und falls Heiko sich bei der Küchenberaterin Anneli hätte durchsetzen können wäre bei der Berechnung der Abdeckplatte über dem Backofen wahrscheinlich auch nichts schief gegangen. So bekommen wir halt noch eine (kostenlose) weitere Schublade dazu statt einer einfachen Abdeckung. Aktuell gehen wir davon aus, dass nächste Woche dann die endgültige Fertigstellung erfolgt. Also alles in allem äußerst anstrengend aber im Nachhinein mehr als lohnend und auch keinerlei Gründe zum Aufregen.

Und noch ein Punkt ist erwähnenswert: für den 1. Mai war schlechtes Wetter angesagt. Wie sehr habe ich mich gefreut, als ich aufwachte und es hat tatsächlich geregnet! Mein größter Wunsch ging somit in Erfüllung: aufstehen, duschen, frühstücken, extremcouchen - das war sowas von notwendig!

Allerdings wars das dann bis heute mit dem Regen. Ab dem 2. Mai hat die Sonne geschienen, anfangs wurde es nachts noch bis zu 3 °C kalt, ansonsten nichts als Sonnenschein, bereits im Mai bis zu 30 °C (im Schatten wohlgemerkt!). Es war der heißeste Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, einige Wärmerekorde wurden geschlagen, gefolgt von einem warmen bis heißen Juni. Pünktlich zu den Mittsommerfeierlichkeiten wurde es kühler, der versprochene Regen blieb aus, nach knapp zwei Wochen mit Temperaturen zwischen 15 und 20 °C (im selten vorhandenen Schatten) begann die nächste Hitzeperiode mit Werten zwischen 25 und 30 °C. Das ist letztendlich die Ursache für die fehlenden Blockeinträge: die Sonne scheint (und jedes schöne Wetter muss genossen werden, das haben wir bereits in den letzten Jahren gelernt), der Garten ruft und es ist einfach nur genial auf der Veranda zu sitzen, die Vögel zu beobachten und ein Eis zu essen oder auch ein Gläschen Wein zu trinken. Inzwischen ist es schon seltsam, wenn wir tatsächlich mal drinnen frühstücken oder zu Abend essen. Dieses Jahr können wir die Außenmöbel erst so richtig nutzen - und tun es auch. Wir sind ja keine Cabrio-geschlossen-Fahrer smiley

Und für alle ”Mückenliebhaber”: die Stechmücken halten sich bei uns in äußerst geringen Grenzen, die Zeit der Knotts war heftig und ist glücklicherweise inzwischen vorbei, die Bremsen hatten dieses Jahr viel Glück bei mir (6 Stiche) werden jetzt ebenfalls weniger - eigentlich ein gutes Mückenjahr.

Allerdings können wir dieses Jahr nicht grillen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind nicht nur die Grundwasserstände auf einem historischen Tief, auch die Brandgefahr ist auf einem historischen Hoch und somit so gut wie überall Verbot von offenem Feuer. Was natürlich mit einer funkelnagelneuen Küche sehr gut kompensiert werden kann smiley